Sigrid Wiegand über Sigrid Wiegand

Ich bin 80 Jahre alt, Mutter dreier Kinder, Großmutter zweier Enkel. Mein Mann starb 1975 an den Folgen einer Operation. 1997 gab ich meine Berufstätigkeit als kaufmännische Leiterin einer psychoanalytischen Fachgesellschaft auf. Mein Berufswunsch als junges Mädchen war neben der Absicht, Schriftstellerin zu werden, der Journalismus. Ich habe früh begonnen, mich schreibend mitzuteilen, schreibend mich selbst und die Dinge zu begreifen, die mir begegneten. In den späten Vierzigern/frühen Fünfzigern war wenig Zeit zur Entwicklung für ein unfertiges Mädchen, es galt, sich eine berufliche Basis zu erarbeiten, die mich in den kaufmännischen Bereich führte. Für den Journalismus fehlten mir noch Mut und Reife.

In den folgenden Zeiten einer Studentenehe und Kindererziehung neben dem Beruf trat das Schreiben in den Hintergrund, begleitete mich aber mehr oder weniger kontinuierlich. In den 60er Jahren entstanden ein Mädchenroman (nicht veröffentlicht) und der Entwurf eines Kriminalromans. Ende der 80er Jahre begann ich erste Gedichte und Kurzgeschichten zu schreiben. In den 90ern erstes journalistisches Arbeiten mit den Projekten "Meine Schönebergerinnen" (Familiengeschichte) und "Wir Mädchen aus den Dreißigern", Interviews mit Frauen aus Ost- und Westdeutschland.

2003 trat ich in die Redaktion der Stadtteilzeitung Schöneberg ein und schreibe seitdem über Berlin-Schöneberg und besonders über seinen Ortsteil Friedenau, wo ich geboren wurde und aufgewachsen bin und wo ich auch jetzt noch lebe.