{"id":1078,"date":"2013-02-21T12:16:08","date_gmt":"2013-02-21T11:16:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/?p=1078"},"modified":"2014-10-20T17:20:31","modified_gmt":"2014-10-20T15:20:31","slug":"wie-sieht-juste-hahnel-aus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/?p=1078","title":{"rendered":"Wie sieht Juste H\u00e4hnel aus?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/haehnel2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1080\" title=\"haehnel2\" src=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/haehnel2-300x243.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"243\" srcset=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/haehnel2-300x243.jpg 300w, http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/haehnel2.jpg 571w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Eine Aue des Friedens sollte es werden. Nach dem milit\u00e4rischen Sieg \u00fcber das als r\u00e4uberisch erlebte\u00a0 Frankreich sollte die endlich vereinte Kraft aller deutschen St\u00e4mme die Gew\u00e4hr daf\u00fcr bieten, dass der Reichsgr\u00fcndung ein Friedensreich folgen w\u00fcrde. Und wie im Gro\u00dfen gedacht, wurde im Kleinen angepackt: Der Gr\u00fcnderzeitaufschwung kam in Gang, auch auf dem Gel\u00e4nde des bisherigen Rittergutes Deutsch-Wilmersdorf, nunmehr Baugrund des \u201eGrunderwerbs- und Bauvereins auf Actien\u201c. Das war 1871.<!--more--><\/p>\n<p>Mitglied des Aufsichtsrats dieser Vereinigung und einer der ersten Hauserbauer der neuen Siedlung war der Baumeister Hermann H\u00e4hnel, nach dem zwei Jahre vor seinem Tod die kurze Stra\u00dfe hinter dem sp\u00e4ter entstandenen Friedenauer Rathaus benannt wurde. Aber die schnell wachsende Landhauskolonie ben\u00f6tigte auch einen Namen, und der entstand aus der gedanklichen Verbindung des erhofften Friedensreiches mit der Freude \u00fcber die l\u00e4ndliche Idylle der gerade entstehenden Siedlung. So wurde innerhalb eines Jahres aus der Aue des Friedens zun\u00e4chst die Friedensaue und schlie\u00dflich Friedenau.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Friedenauer_Lokal-Anzeiger_vom_16_-Juni_1902_netz.pdf\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1082\" title=\"haehnel1\" src=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/haehnel1-215x300.jpg\" alt=\"\" width=\"215\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/haehnel1-215x300.jpg 215w, http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/haehnel1-736x1024.jpg 736w, http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/haehnel1.jpg 926w\" sizes=\"auto, (max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/><\/a>Sch\u00f6pferin dieser Namensbildung war Auguste H\u00e4hnel, die Frau des Gr\u00fcndervaters. Nach ihr aber ist keine Stra\u00dfe benannt. Darum hat die BI Breslauer Platz vorgeschlagen, dieser Namensfinderin einen ganz besonderen Ehrenplatz zu geben, n\u00e4mlich den der Brunnenfigur des auf dem Breslauer Platz vorgesehenen Schmuckbrunnens. Um dieser Gestalt ein m\u00f6glichst lebensnahes Aussehen zu geben, ist die BI auf der Suche nach Fotos und anderen Dokumenten, die in dieser Frage weiterhelfen, nachdem sich herausgestellt hat, dass im Stadtarchiv leider kein Bildmaterial vorhanden ist. Da die Ehe der H\u00e4hnels kinderlos blieb, in der Todesanzeige im Lokal-Anzeiger aus dem Jahre 1902 aber von einer Tante und einer Gro\u00dftante die Rede ist, bleibt zumindest die Hoffnung, dass Nachkommen aus dem Kreis der Verwandten aufzusp\u00fcren sind.<br \/>\nVielleicht gibt es aber unter uns auch Nachkommen der anderen Mitglieder des Landerwerbsvereins von 1871. Einige Namen werden in Ver\u00f6ffentlichungen genannt: A. K\u00e4mpf, W. Fr\u00f6auf, L.\u00a0 Blankenberg, P. Consentius, C.\u00a0 Hacker, H. Simon. Denkbar ist auch, dass sich Unterlagen in anderen gesellschaftlichen Zusammenh\u00e4ngen erhalten haben, etwa bei Nachkommen von Mitgliedern des 1881 gegr\u00fcndeten \u201eVereins f\u00fcr Beschaffung billiger Wohnh\u00e4user\u201c, die ihre H\u00e4user aus rohen Backsteinen bauten und deswegen \u201eRohbauern\u201c genannt wurden (etwa Niedstr. 13, wo G\u00fcnter Grass lange Zeit gewohnt hat).<br \/>\nOder bei Nachkommen von Mitgliedern des \u201eM\u00e4nner-Turnvereins zu Friedenau\u201c ist etwas aufzusp\u00fcren. Oder bei Nachkommen von Mitgliedern des \u201eHaus- und Grundbesitzervereins zu Berlin-Friedenau\u201c: Zehn Jahre nach dem Tod der Namensmutter lauteten die Namen des Vorstands: v. Wracken, Afdring, Bering, Br\u00fccker, Dreger, Engelhardt, Mathies, St\u00f6cker, Dr. Thurmann. M\u00f6glich ist schlie\u00dflich auch, dass es Nachkommen der Gr\u00fcnderzeitgeneration in der Kirchengemeinde Zum Guten Hirten gibt, die diesbez\u00fcgliches Dokumentationsmaterial beherbergen.<br \/>\nAlle Friedenauer sind hiermit herzlich aufgerufen, in ihren \u00dcberlieferungsbest\u00e4nden einmal nachzusehen, ob es dort Hinweise auf die reale Auguste H\u00e4hnel gibt, jede Nachricht kann dienlich sein. Sie k\u00f6nnen Ihren Hinweis senden an:<\/p>\n<p>B\u00fcrgerinitiative Breslauer Platz<br \/>\nc\/o Nachbarschaftsheim Sch\u00f6neberg e.V.<br \/>\nHolsteinische Stra\u00dfe 30<br \/>\n12161 Berlin<\/p>\n<p>Ottmar Fischer<\/p>\n<p><strong>Text des Berichtes zum Tode von Auguste H\u00e4hnel im Friedenauer Lokal-Anzeiger:<\/strong><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><strong>Friedenauer Lokal-Anzeiger.<\/strong><\/h1>\n<h5 style=\"text-align: center;\">Gleichzeitig Organ f\u00fcr den Friedenauer Ortstheil von Sch\u00f6neberg und den Bezirksverein S\u00fcd-West.<br \/>\nUnparteiische Zeitung f\u00fcr kommunale und b\u00fcrgerliche Angelegenheiten.<br \/>\n<strong>Ausgabe Nr. 138. &#8211; Friedenau, Montag den 16. Juni 1902. &#8211; 9. Jahrg.<\/strong><br \/>\n1. Seite, 2. Spalte, Mitte<\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\">\u2020 Frau Baumeister H\u00e4hnel \u2020. Am Sonnabend starb im 74. Lebensjahre in ihrer kleinen Villa. Ringstra\u00dfe 11, die verw. Frau Baumeister H\u00e4hnel, die unserem so pr\u00e4chtig emporbl\u00fchenden Ort den Namen gegeben hat. Herr Baumeister H\u00e4hnel, der Ehemann der jetzt Verstorbenen, war Mitbegr\u00fcnder und Aufsichtsrathmitglied des 1871 gegr\u00fcndeten Landerwerb- und Bauvereins auf Aktien zu Berlin. Im Jahre 1872, nachdem die ersten H\u00e4user der neuen Kolonie errichtet waren, sollte dieselbe auch einen Namen erhalten. Endlich, nach langen Berathungen einigte man sich auf den Vorschlag der Verstorbenen, zum Andenken an dem Friedensschlu\u00df des Jahres 1871, der Kolonie den Namen &#8222;Friedensau&#8220; zu geben. Sp\u00e4ter ist dann das runde \u201es&#8220; fortgelassen und hie\u00df die Kolonie, als sie im Jahre 1875 selbstst\u00e4ndige Gemeinde wurde, nun Friedenau. Baumeister H\u00e4hnel bewohnte eine Villa an der Ecke der Rhein- und Kirchstra\u00dfe, die er um das Jahr I894 an dem verstorbenen Bauunternehmer Herrn P\u00e4hlchen verkaufte, der auf der Baustelle das gro\u00dfe Eckhaus Rheinstra\u00dfe 18 erbaute und eine Bauparzelle an den Bauunternehmer Herrn St\u00f6ckel verkaufte, der das Haus Rheinstra\u00dfe 17 baute. Die Ecke geh\u00f6rt\u00a0 jetzt den beiden hiesigen T\u00f6pfermeistern Herren Hermann und Robert Fiebig und das Grundst\u00fcck Rheinstra\u00dfe 17 Herrn Dr. Guthmann. Nach Verkauf der Villa zog Herr Baumeister H\u00e4hnel nach Zehlendorf, wo er bald verstarb. Seine Leiche wurde auf dem Friedenauer Kirchhof beigesetzt und wird seine Ehefrau neben ihm ruhen. Die Verstorbene zog nach dem Tode ihres Mannes wieder nach Friedenau, und zwar im Hause Rheinstra\u00dfe 15, wo der damalige Besitzer desselben. Herr Rathgen. einen Theil der pr\u00e4chtigen Rosen der ehemaligen H\u00e4hnel&#8217;schen Villa in seinem Garten verpflanzt hatte. Frau H\u00e4hnel pflegte diese Rosen wie ihre Kinder. Als sie dann 1898 die Villa Ringstra\u00dfe 11 kaufte, legte sie dem jetzigen Besitzer des Hauses Rheinstra\u00dfe 15 ans Herz, ihre Kinder der Flora weiter zu pflegen. Leider sind dieselben wegen ihres Alters bei sp\u00e4terem Umpflanzen bis auf einen Stock eingegangen, der auch infolge Alters sehr zur\u00fcckgegangen ist. aber in diesem Fr\u00fchjahr drei Knospen getrieben hat, welche der Verstorbenen nach dem Aufbl\u00fchen auf ihr Grab gelegt werden sollen. Die Beerdigung findet morgen Nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des hiesigen Friedhofs statt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Aue des Friedens sollte es werden. 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