{"id":1076,"date":"2013-02-21T12:03:43","date_gmt":"2013-02-21T11:03:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/?p=1076"},"modified":"2014-10-20T17:20:31","modified_gmt":"2014-10-20T15:20:31","slug":"friedenau-bekommt-ein-kind","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/?p=1076","title":{"rendered":"Friedenau bekommt ein Kind"},"content":{"rendered":"<address><a href=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/gruentuch-ernst.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-1075\" title=\"gruentuch-ernst\" src=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/gruentuch-ernst-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/collignol.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-1074\" title=\"collignol\" src=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/collignol-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/liebeskind.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-1073\" title=\"liebeskind\" src=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/liebeskind-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><br \/>\nEntw\u00fcrfe von Gr\u00fcntuch Ernst, Collignol und Libeskind<\/address>\n<p>Im antiken Griechenland wurde erz\u00e4hlt, dass einst die beiden Gr\u00fcnder einer Stadt in einen solchen Streit gerieten, dass nach \u00fcbereinstimmender Auffassung nur noch ein Gottesurteil in einem Zweikampf auf Leben und Tod diesen Streit beenden konnte. In diesem Kampf aber t\u00f6teten sich die beiden Streith\u00e4hne wechselseitig. Doch gl\u00fccklicherweise verb\u00fcndeten sich deren Geister noch w\u00e4hrend der Leichenverbrennung und wurden zur \u00dcberraschung aller zu einem noch ber\u00fchmteren Orakel als selbst das ber\u00fchmte von Delphi.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches tut sich gerade in Friedenau. Nachdem bislang die B\u00fcrger \u00fcber die angebliche Unf\u00e4higkeit der Politiker hergefallen waren und die Politiker umgekehrt den angeblichen Unverstand der B\u00fcrger betrommelt hatten, ist nun aus der Asche vergangener K\u00e4mpfe ein neuer Geist von Kooperation entstanden. Der private K\u00e4ufer des Gel\u00e4ndes zwischen den Bahnh\u00f6fen Bundesplatz und Innsbrucker Platz wurde n\u00e4mlich vom Bezirksamt als dritter Geist im Bunde daf\u00fcr gewonnen , in einer \u201ePerspektivwerkstatt zur Nachnutzung des G\u00fcterbahnhofs Wilmersdorf\u201c gemeinsam mit Bezirk und B\u00fcrgern ein Konzept f\u00fcr eine neue Siedlung auf dem Gel\u00e4nde zu erarbeiten.<!--more--><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/buergerversammlung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1084\" title=\"buergerversammlung\" src=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/buergerversammlung.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"392\" srcset=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/buergerversammlung.jpg 650w, http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/buergerversammlung-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach zwei Werkstattgespr\u00e4chen liegen nun die Karten auf dem Tisch: Drei Architekturb\u00fcros haben im Auftrag des vom Investor eingesetzten Moderators Professor Kohlbrenner in jeweils eigenen Entw\u00fcrfen die Anregungen aus der B\u00fcrgerschaft\u00a0 mit dem Beschluss der BVV in Beziehung gebracht, auf diesem Gel\u00e4nde eine weit \u00fcberwiegende Wohnbebauung in sozial und \u00f6kologisch ausgewogener Ausgestaltung vorzusehen.<\/p>\n<p><strong>Wohnen an der Bahn<\/strong><\/p>\n<p>In allen Entw\u00fcrfen soll der L\u00e4rm von Autobahn und S-Bahntrasse durch eine nach neuesten Erkenntnissen ausgef\u00fchrte Schallschutzwand unsch\u00e4dlich gemacht werden. Wieder \u00fcbereinstimmend, soll sich zum Gel\u00e4nde hin ein Geb\u00e4uderiegel anschlie\u00dfen, der allerdings mal einheitlich, mal im H\u00f6her-Tiefer-Wechsel, mal im verschachtelten Knautsch-Format angeboten wurde. Alle drei Entw\u00fcrfe aber wollen sowohl hier als auch bei der \u00fcbrigen Bebauung den Forderungen der B\u00fcrger\u00a0 vor allem nach bezahlbarem Wohnen entgegenkommen. Gleichzeitig finden in allen Vorschl\u00e4gen die W\u00fcnsche der B\u00fcrgerschaft nach verschiedenen Wohnformen Ber\u00fccksichtigung. Immerhin waren unter den zweihundert Wortmeldungen auch W\u00fcnsche nach flexiblen Wohnungsgrundrissen, nach Mehrgenerationenh\u00e4usern, nach Gemeinschaftsr\u00e4umen und nach Betreutem Wohnen laut geworden.<\/p>\n<p>All das fand in den Entw\u00fcrfen auf je eigene Art Ber\u00fccksichtigung, denn der Investor B\u00f6ge will solche Sonderformen durch Einzelprojektierungen auf der Grundlage von Einzelparzellierungen erm\u00f6glichen. Auch ein Studentenwohnturm und ein Seniorenheim erblickten daher das Licht der Welt. Und in Erf\u00fcllung der W\u00fcnsche von Eigenheimbastlern sollen sogar verschiedene Bauherrenmodelle angeboten werden, indem Baugruppen und Genossenschaften zugelassen werden sollen.<\/p>\n<p>Am meisten differieren die Baumassenverteilung im Gr\u00fcng\u00fcrtel und das Verh\u00e4ltnis von \u00f6ffentlichem und privatem Gr\u00fcn.\u00a0 Zwar sehen alle Entw\u00fcrfe flie\u00dfende \u00dcberg\u00e4nge vor, doch werden die mehr als 800 Wohnungseinheiten unterschiedlich angeordnet, strukturelle Angebote wie Cafe oder Kita\u00a0 voneinander abweichend platziert. So will etwa das B\u00fcro Collignol Y-f\u00f6rmige Bl\u00f6cke in das Gel\u00e4nde einstreuen, wodurch das gr\u00fcne Areal f\u00fcr die Bewohner der angrenzenden Bennigsenstra\u00dfe optisch ge\u00f6ffnet w\u00fcrde. Der Entwurf des B\u00fcros Gr\u00fcntech Ernst verriegelt jedoch diesen Blick durch eine parallele Bautenreihe, schafft daf\u00fcr aber eine gr\u00f6\u00dfere Gr\u00fcnfl\u00e4che in der Mitte und sieht sogar einen kleinen Teich vor, an dem vorbei, und zwar\u00a0 in der Achse Lauterstra\u00dfe, ein Weg bis zu einer Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke in den Volkspark f\u00fchren soll.<\/p>\n<p>Das sieht aber auch der Entwurf des B\u00fcros Libeskind vor. Der bietet wohl auch die meisten Freizeitangebote, so etwa Volleyball im Gr\u00fcnen und ein Jugendzentrum in einem der Punkth\u00e4user im Gr\u00fcnen. Gl\u00e4nzen tut dieser Entwurf aber mit einem komplett unter die Erde verlegten Autoparkhaus, das durch Oberlichter gut ausgeleuchtet wird und von allen H\u00e4usern aus direkt zu erreichen ist.<\/p>\n<p>Querbeet strittig zwischen Bezirk, Bev\u00f6lkerung und Planern blieb jedoch die Dimensionierung des vorzusehenden Parkraums. W\u00e4hrend die einen f\u00fcr ein perspektivisch autofreies Friedenau pl\u00e4dierten, forderten die anderen sogar eine \u00fcber den entstehenden Neubedarf hinausgehende Auslegung der Anlage, um auch den Alt-Friedenauern aus der Parkplatznot herauszuhelfen. Bei allem Streit sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass es noch nie in der Weltgeschichte gelungen ist, mit ideologischen Vorgaben menschliches Verhalten dauerhaft zu steuern. Deswegen ist damit zu rechnen, dass die zuk\u00fcnftigen Bewohner des neuen Wohnareals f\u00fcr den Fall nicht ausreichender Parkm\u00f6glichkeiten ihre Autos nicht abschaffen, sondern die Parkplatzsuche in die bereits \u00fcberforderte Umgebung verlegen w\u00fcrden. Widerstand erhob sich auch gegen die in allen Entw\u00fcrfen vorgesehene \u00d6ffnung der ost-westlichen Erschlie\u00dfungsstra\u00dfe an der Handyeristra\u00dfe, auf deren \u00dcberlastung zu den Hauptverkehrszeiten mehrfach hingewiesen wurde.<\/p>\n<p>Begr\u00fc\u00dft wurde hingegen die Schaffung eines urbanen Eingangsbereichs an der Hauptstra\u00dfe mit einem SB-Supermarkt an einem einladenden Stadtplatz. Dort sind nach den Vorgaben des Investors zudem ein Apartmenthochhaus und ein Lagerhochhaus f\u00fcr selbstverwaltete Mietfl\u00e4chen vorgesehen, wenngleich auf der anderen Seite des Gel\u00e4ndes bereits ein solches Self-Storage\u00a0 vorhanden ist. Diese Neugestaltung l\u00e4sst immerhin die Hoffnung keimen, dass endlich ein st\u00e4dtebaulicher Ansatz gefunden wird, um die desolate Lage an der Hauptstra\u00dfe umzukehren, und bis zum Innsbrucker Platz als dem Friedenauer Eingangstor den ganzen Bereich wieder aufzuwerten.<\/p>\n<p><strong>Friedenau weiterbauen<\/strong><\/p>\n<p>In einer aus der BI Breslauer Platz, der BI Bundesplatz und Teilnehmern der Werkstattgespr\u00e4che gebildeten AG wurde zu den Vorschl\u00e4gen ein achtseitiges Positionspapier erarbeitet. Darin wird in einer \u201eFriedenauer Pr\u00e4ambel\u201c gefordert, auf dem Gel\u00e4nde kein insulares \u201eWohnen im Park\u201c zu schaffen, sondern stattdessen das bestehende Friedenau weiterzubauen. Denn hier f\u00fchlen sich die Menschen gerade wegen der ausgewogenen Bebauung wohl. Hier stehen alle H\u00e4user an Stra\u00dfen. Die Eing\u00e4nge sind oft besonders sch\u00f6n gestaltet. Stra\u00dfenb\u00e4ume und Vorg\u00e4rten pr\u00e4gen das Stadtbild. Begr\u00fcnte Stadtpl\u00e4tze schaffen hier zus\u00e4tzliche Aufenthaltsqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>\u201eDoch auf die Wiese gestreute Wohnh\u00e4user sind das ausrangierte Muster eines St\u00e4dtebaus der 1960er Jahre. In ganz Deutschland ist kein einziges behagliches Wohnquartier bekannt, das nach diesem Schema aufgebaut wurde.\u201c<\/p>\n<p>Otmar Fischer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 \u00a0 Entw\u00fcrfe von Gr\u00fcntuch Ernst, Collignol und Libeskind Im antiken Griechenland wurde erz\u00e4hlt, dass einst die beiden Gr\u00fcnder einer Stadt in einen solchen Streit gerieten, dass nach \u00fcbereinstimmender Auffassung nur noch ein Gottesurteil in einem Zweikampf auf Leben und &hellip; <a href=\"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/?p=1076\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1076","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1076","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1076"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1076\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1352,"href":"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1076\/revisions\/1352"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1076"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1076"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.berlin-suedwest.de\/breslauer-platz\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1076"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}